Liegt das Problem in den Hausleitungen oder in der öffentlichen Kanalisation? So finden Sie es heraus

Liegt das Problem in den Hausleitungen oder in der öffentlichen Kanalisation? So finden Sie es heraus

Wenn das Wasser plötzlich nicht mehr abläuft, die Toilette gluckert oder der Keller unter Wasser steht, stellt sich schnell die Frage: Liegt die Ursache in den eigenen Hausleitungen – oder in der öffentlichen Kanalisation? Diese Unterscheidung ist wichtig, denn sie entscheidet darüber, wer für die Behebung des Schadens zuständig ist. Hier erfahren Sie, wie Sie Schritt für Schritt herausfinden, wo das Problem liegt und was Sie tun können.
Wo die Verantwortung liegt
In Deutschland gilt grundsätzlich: Der Grundstückseigentümer ist für die privaten Abwasserleitungen auf dem eigenen Grundstück verantwortlich – also von den Hausanschlüssen bis zur Grundstücksgrenze. Ab dort beginnt der Zuständigkeitsbereich des kommunalen Abwasserbetriebs oder des örtlichen Entwässerungsunternehmens, das die öffentliche Kanalisation betreibt.
Die Grenze liegt meist an der sogenannten Anschlussstelle oder Grundstücksgrenze, manchmal auch an einem Kontrollschacht (Revisionsschacht), falls ein solcher vorhanden ist. Schäden oder Verstopfungen auf der privaten Seite müssen Sie selbst beheben (lassen), während Probleme in der öffentlichen Leitung von der Kommune oder dem Abwasserbetrieb behoben werden.
Typische Anzeichen für ein Problem in den Hausleitungen
Bestimmte Symptome deuten darauf hin, dass die Störung in Ihrem eigenen Leitungssystem liegt:
- Nur ein einzelnes Abflussrohr ist betroffen – etwa das Waschbecken oder die Dusche.
- Langsamer Wasserabfluss, ohne dass andere Abflüsse Probleme zeigen.
- Gluckernde Geräusche in den Leitungen – ein Hinweis auf eine teilweise Verstopfung.
- Unangenehme Gerüche aus dem Abfluss, die auf Ablagerungen oder eine trockene Geruchsverschlusssperre (Siphon) hindeuten.
In diesen Fällen hilft oft schon eine Reinigung mit einer Saugglocke, einer Spirale oder – bei hartnäckigen Fällen – der Einsatz eines Fachbetriebs für Rohrreinigung.
Wenn die Ursache außerhalb Ihres Grundstücks liegt
Treten die Probleme gleichzeitig an mehreren Abflüssen auf – etwa in Toilette, Küche und Keller –, kann die Störung weiter draußen im System liegen. Folgende Hinweise sprechen für ein Problem in der öffentlichen Kanalisation:
- Wasser drückt bei Regen in den Keller oder aus Bodenabläufen hoch.
- Mehrere Nachbarn berichten über ähnliche Schwierigkeiten.
- Der Kontrollschacht auf Ihrem Grundstück steht voll Wasser, obwohl im Haus kein Abwasser abfließt.
- Wasser oder Geruch auf der Straße – ein mögliches Zeichen für eine Verstopfung oder Beschädigung der Hauptleitung.
In solchen Fällen sollten Sie sofort den örtlichen Abwasserbetrieb oder die Stadtwerke informieren. Diese können prüfen, ob eine Störung im öffentlichen Netz vorliegt, und gegebenenfalls eine Spülung oder Reparatur veranlassen.
So können Sie selbst nachforschen
Bevor Sie den Fachmann rufen, können Sie einige einfache Kontrollen durchführen:
- Kontrollschacht öffnen (falls vorhanden):
- Ist der Schacht leer, liegt die Ursache wahrscheinlich in der öffentlichen Leitung.
- Steht er voll Wasser, ist vermutlich Ihre Anschlussleitung verstopft.
- Beobachten Sie, welche Abflüsse betroffen sind. Wenn mehrere gleichzeitig nicht funktionieren, liegt die Störung meist tiefer im System.
- Fragen Sie Nachbarn, ob sie ähnliche Probleme haben – das hilft, die Ursache einzugrenzen.
- Achten Sie auf den Zusammenhang mit Regenwetter. Wenn das Problem nur bei starkem Regen auftritt, kann es sich um eine Überlastung des Kanalnetzes handeln.
Wann Sie einen Fachbetrieb einschalten sollten
Wenn Sie die Ursache nicht eindeutig feststellen können oder wenn Wasser in den Keller drückt, sollten Sie einen zertifizierten Rohr- und Kanalreinigungsbetrieb oder einen zugelassenen Entwässerungsfachbetrieb beauftragen. Diese können mit einer Kamerauntersuchung (TV-Inspektion) genau feststellen, wo sich die Verstopfung oder Beschädigung befindet.
Ein Fachbetrieb kann außerdem dokumentieren, ob die Störung auf Ihrer Seite oder im öffentlichen Bereich liegt – wichtig, falls es zu Streitigkeiten über die Zuständigkeit kommt.
Vorbeugung: So vermeiden Sie künftige Probleme
Ganz verhindern lässt sich ein Abwasserproblem nie, aber Sie können das Risiko deutlich verringern:
- Kein Fett, Öl oder Speisereste in den Abfluss geben.
- Regelmäßig Siphons und Bodenabläufe reinigen.
- Laub und Schmutz aus Dachrinnen und Fallrohren entfernen.
- Rückstausicherung installieren, besonders bei Kellerräumen unterhalb der Rückstauebene.
- Regelmäßige Dichtheitsprüfung der privaten Abwasserleitungen durchführen lassen – in manchen Bundesländern ist das ohnehin vorgeschrieben.
Fazit
Wenn das Abwasser nicht mehr richtig abfließt, ist es entscheidend zu wissen, wo das Problem liegt. Prüfen Sie zunächst Ihre eigenen Leitungen und den Kontrollschacht. Liegt die Ursache außerhalb Ihres Grundstücks, ist der Abwasserbetrieb zuständig. Mit etwas systematischer Fehlersuche – und gegebenenfalls Unterstützung durch einen Fachbetrieb – lässt sich die Ursache schnell finden und teure Folgeschäden vermeiden.











